Digitalkamera, Spiegelreflex und Spiegelreflexkamera

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Die Anfänge der uns heute allseits vertrauten digitalen Fotografie reichen bis in die frühen 80er Jahre zurück. Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt stellte die Firma Sony auf der Photokina 1981 eine „Magnetic Video Camera“, die sogenannte Mamica, vor, deren zwei Zoll große Diskette erstmalig die Speicherung von Bildern erlaubte. Die ersten, ab Mitte der 80er Jahre für den kommerziellen Markt entwickelten Digitalkameras firmierten noch unter der Bezeichnung „Still Video - Cameras“.

Den endgültigen Durchbruch erlangte die digitale Fotografie zu Beginn der 90er Jahre. Die Einführung der DCS- 100 (Digital Camera System) von Kodak, die in Zusammenarbeit mit Nikon entwickelt wurde, im Jahr 1991 leitete jene neue Ära der Fotografie ein, die heute Alltag geworden ist. Die Kodak Photo CD, ein Hybridsystem, lieferte 1992 herkömmlich hergestellte Fotos in digitalisierter Form auf CD-R. Die technologischen Möglichkeiten der digitalen Verfahren werden seither stetig verbessert und weiterentwickelt. Eine Bildauflösung zwischen 6 und 17 Megapixeln wird heute standardmäßig angeboten. Jährliche Innovationen und optimierte Verfahren werden mittlerweile von jedem Hersteller erwartet.

Die digitale Fotografie stellt nicht nur ein neues Verfahren an sich dar, sondern birgt erhöhte Chancen und Risiken, wie etwa Möglichkeiten der Fotomanipulationen zeigen. Die Verkaufszahlen von 2003 zeigen erstmals, dass sich die Digitalkameras gegen die analogen Apparate endgültig durchgesetzt haben. Hersteller und Konsumenten konzentrieren sich seitdem nahezu ausschließlich auf den digitalen Bereich der Fotografie, der durch computergestützte, konvergente Verfahren den Handlungsspielraum des Amateur- und Profifotografen erweitert. Die Fotografie wird zu einem Teil multimedialer Anwendungen und Möglichkeiten. So befindet sich etwa in jedem neu eingeführten Mobiltelefon eine eingebaute Digitalkamera als obligatorische Funktion.

Die Kamera bildet heute mit dem Computer eine mediale Einheit. Fotos können heute beliebig bearbeitet und verändert werden. Letztlich verdankt sich eine gute Aufnahme noch immer zwei Bedingungen, dem Fotografen und der Kamera. Der professionelle bzw. professionalisierte Fotograf greift zur digitalen Spiegelreflexkamera. Jene Apparate bieten dem Nutzer alle erdenklichen Möglichkeiten und Vorzüge der digitalen Fotografie, die nicht nur Berufsfotografen zu schätzen wissen. Die dem oberen Preissegment zugehörigen Spiegelreflexkameras werden als Digitale-SLR bezeichnet und gleichen hinsichtlich Form und Aufbau ihren analogen „Schwestern“. Die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera, die professionellen Ansprüchen erfüllen sollte, war die 1995 von Minolta eingeführte RD-175 mit einer Auflösung von 1,75 Megapixeln. Jede auf dem Markt erhältliche digitale Spiegelreflexkamera verfügt über einen integrierten Bildsensor, der die Filme der analogen Apparate ersetzt.

Das auf der Rückseite der Kamera befindliche Display, das je nach Modell und Hersteller variiert, ermöglicht eine zeitnahe Kontrolle und Ansicht des Fotos. Im Gegensatz zu den analogen Apparaten können somit Fehler der Aufnahme (Bildausschnitt, Helligkeit, Belichtung etc.) unmittelbar erkannt und korrigiert werden. Im Unterschied zu digitalen Kompaktkameras kann der Brennweitenbereich durch den Austausch von Objektiven nahezu beliebig vergrößert bzw. verringert werden. Die unterschiedlichen Hersteller bieten zu jedem Modell Spezialobjektive und diverses Zubehör. Allerdings legt man sich beim Kauf einer bestimmten Marke hinsichtlich der potentiellen Objektivsysteme fest, wie es bereits bei den analogen Spiegelreflexkameras üblich war.

Wer gehobene Ansprüche an die digitale Fotografie stellt, greift auf eine DSLRs zurück. Die dort verwendeten Sensoren sind größer und lichtempfindlicher als jene in den Kompaktkameras verbauten. Ein größerer Abbildungsmaßstab ermöglicht zudem eine erhöhte Tiefenschärfe. Die Wahl der Kamera hängt letztlich an den eigenen Ansprüchen. An der digitalen Fotografie kommt man heute hingegen kaum vorbei.


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