Die Firma Agfa

Die im Jahr 1873 von den Chemikern Paul Mendelsohn Bartholdy und Carl Alexander von Martius gegründete Aktien-Gesellschaft für Anilin-Fabrikation, genannt Agfa, blickt auf eine langjährige und wechselvolle Geschichte zurück. Über mehrere Jahrzehnte gehörte Agfa, neben den Marktführen Kodak und Fujifilm, zu den führenden Herstellern im Bereich fotographischer Filme und spezieller Fotomaterialien. Bereits in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wendete man sich einem neuen Geschäftsbereich zu, der Fotografie.

Agfa entwickelte Fixierbänder, Fotochemikalien, Entwicklersubstanzen und darauf abgestimmte Trockenplatten.

Die Entwicklung neuartiger Rollfilme, deren zukunftsträchtiges Potential im Vergleich zu den Trockenplatten früh erkannt wurde, konnte anfangs nicht realisiert werden. Der Kodakfilm, dessen Verfahren durch Patente geschützt war, dominierte weiterhin den Markt. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts produzierte Agfa vornehmlich Fotochemikalien und Zubehör wie Blitzlampen und Belichtungstabellen. Wegweisend für die weitere Entwicklung des Unternehmens sollte die Entwicklung des Farbfilms werden. Die Idee lichtempfindlicher Farbfilme, die nicht auf dem Kontrastverfahren basieren, konnte 1936 mit der Vorstellung des Agfacolor Neu realisiert werden. Seit den vierziger Jahren sah man sich in der Lage, farbige Papierbilder nach dem Negativverfahren herzustellen.

Die erste von Agfa im Jahr 1928 entwickelte Kamera, die kommerziellen Erfolg zeitigte, war die Agfa Billy.

Die kostengünstige Rollfilmkamera versprach den vornehmlich Amateurfotografen eine schnelle Einsatzbereitschaft. Agfa verstand es frühzeitig, seine Kameras mit einem speziellen Image zu bewerben. So erfreute sich die Agfa Box, die seit den dreißiger Jahren produziert wurde, aufgrund ihrer scheinbar einfachen Handhabung großer Beliebtheit. Mit der Entwicklung der Einsteigermodelle Click und Clack läutete Agfa den Übergang von der Box- zur Kompaktkamera ein. Beide Modelle, die noch den Rollfilm vom Typ 120 in unterschiedlichen Formaten verwendeten, richteten sich an eine preisbewusste Käuferschaft und verzeichneten einen großen kommerziellen Erfolg.

Die 1959 eingeführten Optima, war das erste Modell von Agfa mit Programmautomatik.

So vereinfachte sich auch für den unerfahrenen Nutzer der Umgang mit der Belichtung von Aufnahmen, die aufgrund der Farb-Dia-Filme den Ungeübten immer noch vor Probleme stellte. Die vollautomatische Optima sollte jene Probleme des manuellen Umgangs lösen. Ein besonderer Werbeclou gelang Agfa mit der Einführung des sogenannten Sensor-Auslösers, mit dem alle späteren Modelle von Agfa ausgestattet wurden. Der auffällig orangerote Sensor-Auslöser verkürzte Auslöseweg und –zeit und sollte somit das Problem verwackelter Bilder endgültig lösen. Die Kampagne zeigte einen durchschlagenen Erfolg. Der in den Agfafarben gehaltene Sensor-Auslöser fungierte seitdem als Markenzeichen.

In den 70er Jahren musste Agfa auf die Einführung des neuen Kodak-Pocketfilms reagieren. Dies war der Beginn einer eigens kreierten Kamera mit dazugehörigem Film, der Agfamatic. Der großer Erfolg der Baureihen 2000 bis 6000 ließ nicht lange auf sich warten. Die Agfamatic wurde zu einem Aushängeschild des Unternehmens. Das Vorhaben sich im Segment moderner Spiegelreflexkameras zu etablieren, misslang und wurde auch wirtschaftlich mit der Selectronic 2 und 3 zu einem Misserfolg. Die letzte im Werk München produzierte Kamera sollte hingegen noch einmal Maßstäbe setzen. Die Agfa Compact, die unter dem Namen Optima 935 lief, wurde aufgrund ihrer Bauweise und des motorisch angetriebenen Objektivs zum Standard für nachfolgende Kleinbild-Sucherkameras. Die Produktion von Kameras wurde 1982 eingestellt. Mittlerweile läuft der Geschäftsbereich Fotografie unter der AgfaPhoto GmbH weiter. Auf der Photokina 2006 stellte AgfaPhoto neue Produkte wie Digitalkameras wieder vor.

Digitale Spiegelreflexkamera Agfa C220 Datenblatt




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